Eröffnungsausstellung
Gesang für ein Möbel
Romane Holderried Kaesdorf
Die Künstlerin erschafft in ihren Bildern eine eigene Wirklichkeit. Mit lebendigem Strich fordert sie die Betrachter dazu auf, ihre Denkkraft über die sinnliche Erfahrung hinaus in ungewohnte Dimensionen zu lenken. Figur, Gegenstand und Handlung – alles erhält eine neue Bedeutung und formiert sich zu einer meisterhaften Bildkomposition. Hierbei entsteht eine Hintergründigkeit, die nicht erklärt werden will, sondern eine ungeheure Großzügigkeit und Freiheit offenbart.
Werke ansehen Broschüre DownloadIhr alleiniges Thema ist der Mensch. Doch weder das menschliche Gefühl noch die anatomisch korrekte Wiedergabe des menschlichen Körpers dominieren ihre Kunst. Vielmehr scheinen die Figuren ihrer Bildwelten immer mehr über ihre Umrisshaftigkeit hinauszuwachsen, als wollten sie diese schließlich ganz dem Inhalt unterordnen.
Dabei scheinen all diese Frauen und Männerfiguren immerzu mit unbedeutenden Handlungen beschäftigt, die häufig als Hang zur Groteske fehlgedutet werden. Doch zählte diese Wirkung nicht zu Holderried Kaesdorfs Intentionen. „Meine Zeichnungen sind nicht boshaft, nicht witzig, nicht skurril, nicht politisch – ich zeichne keine Spießer oder Biedermänner", stellte sie 1979 klar.
Humor ließ sie im Zusammenhang mit ihrer Kunst lediglich in Samuel Becketts Sinne gelten. „Das Lachen entsteht aus einer Irritation, einer Bedrohung heraus." Was sich in Holderried Kaesdorfs Kunst verbildlicht, ist eine geistige Freiheit, die das Ungewöhnliche ins Gewöhnliche spiegelt, indem sie einfach die Vorzeichen verkehrt.
Zur Künstlerin
Romane Holderried Kaesdorf
1922 – 2007, geb. und gest. in Biberach
- Studium an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste; lebte die meiste Zeit in Biberach
- 1953 Heirat mit dem Rechtsanwalt und Maler Julius Kaesdorf; drei Kinder; immerzu künstlerisch tätig
- Zahlreiche renommierte Kunstpreise
- Zuletzt ausgestellt im Kunstmuseum Stuttgart (September 2025 bis April 2026)
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